Architects Darling / Bestes Referenzobjekt

Mandai Rainforest Resort

Eine Fassade zwischen Architektur und Regenwald

Das Mandai Rainforest Resort in Singapur verbindet Landschaft, Gebäudestruktur und Material zu einem ganzheitlichen architektonischen Erlebnis. Die strukturierte Betonfassade spielt dabei eine zentrale Rolle: Sie übersetzt Spuren des Ortes in eine Oberfläche, die zwischen Resortarchitektur, Treehouses und Regenwald vermittelt.

SingaporeWOW ArchitectsMandai Wildlife ReserveRECKLI UNIQUE
01 / 07Projekt im Überblick

Architektur im Naturraum Mandai

Das Resort liegt innerhalb der Mandai Wildlife Reserve. Statt als einzelnes Objekt in der Landschaft zu stehen, entwickelt sich das Projekt aus Wegen, Vegetation, Ausblicken und Übergängen. Aufgeständerte Baukörper, begrünte Balkone und Baumhäuser schaffen direkte Bezüge zur Landschaft und machen die Umgebung unmittelbar erlebbar. Das Projekt wurde 2025 mit dem SIA Design Award ausgezeichnet.

Projekt
Mandai Rainforest Resort by Banyan Tree
Ort
Singapur
Architektur
WOW Architects
Nutzung
Hotellerie / Resort
Umfang
338 Gästezimmer, darunter 24 aufgeständerte Baumhäuser
Auszeichnung
SIA Design Award 2025
RECKLI-Anwendung
Individuelle Strukturmatrizen für die Betonfassade
Matrizenfläche
178 m²
Mandai Rainforest Resort entlang des Flusses, eingebettet in den Regenwald
Das Resort entwickelt sich entlang der Topografie der Mandai Wildlife Reserve
02 / 07Raum und Erlebnis
Spiralförmige Treppe unter geschwungener Betondecke, Erschließung zwischen Lobby und Erdgeschoss Lobby mit strukturierter Betondecke und Vegetation Zimmerbalkon mit Blick in den Baumbestand, Betonrelief an der Trennwand

Ankommen heißt: durch Landschaft gehen

Die Wegeführung ist Teil des architektonischen Konzepts. Gäste bewegen sich durch eine Abfolge von Übergängen: Vegetation, offene Wege, überdeckte Bereiche, Treppen, Brücken, Lobby und Ausblick. Auch im Innenraum bleibt der Regenwald präsent – durch Blickbeziehungen, Pflanzen, natürliche Materialien und fließende Übergänge zwischen Innen und Außen.

Durchlässigkeit
Aufgeständerte Baukörper schaffen Durchlässigkeit auf Geländeniveau.
Erschließung
Treppen, Brücken und Balkone werden zu landschaftlichen Elementen.
Innenraum
Die Innenräume öffnen sich zum umgebenden Grün.
Verschränkung
Innen und Außen werden nicht hart getrennt, sondern räumlich verschränkt.
03 / 07Die Fassade als Brücke

Vom Treehouse zur Resortarchitektur

Der entscheidende Fassadenmoment liegt im Maßstabssprung des Projekts. Die Treehouses wirken unmittelbar organisch: erhöht, rund, eingebettet, nah an der Baumkrone. Die größeren Resortgebäude müssen denselben Bezug zum Regenwald in einem anderen Maßstab herstellen.

Hier übernimmt die Fassade eine vermittelnde Rolle. Die strukturierten Betonflächen geben den größeren Baukörpern eine organische Tiefe. Sie brechen die Masse der Hotelvolumen, greifen die vertikale Logik von Stämmen, Rinden und Lianen auf und verbinden sich mit Pflanztrögen, Rankpflanzen, schwarzen Metallgittern und offenen Balkonen zu einer geschichteten Gebäudehülle.

Schnittzeichnung: Gebäudehöhe im Vergleich zur Baumkrone des Regenwalds, mit Lichthof und Geschossaufteilung
Schnitt: der Maßstabssprung zwischen Baumkrone und Resortvolumen
Geflochtene Treehouse-Struktur mit rundem Pool, eingebettet in den Regenwald
Die Treehouses: erhöht, rund, eingebettet, nah an der Baumkrone
Resortgebäude mit strukturierter RECKLI-Betonfassade, Balkonen und Vegetation
Die strukturierte Betonfassade gibt dem Resortvolumen organische Tiefe
Nahaufnahme der Betonfassade mit Rankpflanzen und begrünten Balkonen Fassadenansicht bei Tageslicht mit herabhängenden Ranken und Dachbegrünung
Die Fassade ist kein dekoratives Naturmotiv. Sie ist das Bindeglied zwischen Resortmaßstab und Regenwaldatmosphäre.
04 / 07Material und Prozess

Was nicht erhalten werden konnte, wurde zur Oberfläche

Für die Fassadenstruktur wurde auf den Ort selbst zurückgegriffen. Bäume, die im Zuge der Entwicklung nicht erhalten werden konnten, wurden teilweise geborgen. Rinde, Lianen und organische Strukturen bildeten den Ausgangspunkt für die spätere Betonoberfläche.

RECKLI übersetzte diese Materialspuren in ein baubares Fassadensystem. Die organischen Elemente wurden zu einer Mutterform arrangiert. Aus dieser entstanden elastische Strukturmatrizen, mit denen das Relief in Beton übertragen werden konnte.

So wurde aus einer einmaligen Spur des Ortes eine wiederholbare, präzise und architektonisch wirksame Oberfläche: aus der Nähe roh und detailreich, aus der Distanz eine ruhige, vertikale Betonfassade.

Baum vor strukturierter Betonfassade mit vertikalem Relief Nahaufnahme der Betonstruktur mit organischen Spuren
01

Bewahren

Baumteile, Rinde und Lianen wurden aus dem Projektkontext gesichert. Ihre Brüche, Fasern und organischen Unregelmäßigkeiten wurden Ausgangspunkt der späteren Fassadenstruktur.

Geborgene Baumstämme, Äste und Lianen, gesichert aus dem Projektkontext
02

Komponieren

Die geborgenen Elemente wurden gesichtet, zugeschnitten und trocken ausgelegt. Vertikale Rindenstücke, verschiedene Tiefen und echte Lianen wurden zu einer kontrollierten Fassadenstruktur arrangiert.

Anordnung von Rinde und Liane in der Schalung zu einer kontrollierten Fassadenstruktur
03

Sichern

Die Mutterform wurde fixiert und versiegelt. So blieb die raue Textur des Materials erhalten, während die Oberfläche technisch für den Abformprozess vorbereitet wurde.

Mit Epoxidharz versiegelte Mutterform aus Rinde und Liane
04

Abformen

Auf die vorbereitete Mutterform wurde flüssiges RECKLI Polyurethan-Elastomer gegossen. Nach dem Aushärten konnte die elastische Strukturmatrize entformt werden. Sie macht die einmalige Materialspur wiederholbar.

Gießen des flüssigen RECKLI Polyurethan-Elastomers auf die versiegelte Mutterform Entformte elastische Strukturmatrize nach dem Aushärten
05

Übertragen

Im Beton wird die Transformation sichtbar. Das Mock-up zeigt, wie Rinde, Fasern und Lianen als Relief wirken: aus der Nähe roh und detailreich, aus der Distanz als ruhige, vertikale Fassadenfläche.

Betonierte Mock-up-Tafel mit übertragenem Rinden- und Lianenrelief
We are excited to be part of a project that aims to be an exemplary showcase of sustainable development practices.
Wong Chiu Man — Managing Director, WOW Architects
05 / 07Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit als räumliches Prinzip

Mandai verfolgt Nachhaltigkeit nicht nur über technische Systeme, sondern über die räumliche Organisation des Projekts. Gebäude wurden in Bezug auf Vegetation, Baumlinien und Topografie gesetzt; wo möglich sind sie aufgeständert, um Durchlässigkeit auf Geländeniveau zu schaffen. Natürliche Belüftung, Mixed-Mode-Kühlung, Solaranlagen und passive Verdrängungslüftung in den Baumhäusern ergänzen diese architektonische Strategie. Ergänzend führt eine interpretative Beschilderung durch das gesamte Resort und vermittelt ökologische und kulturelle Zusammenhänge – jeder Weg wird so zu einem Lernpfad, an dem Architektur, Landschaft und Storytelling zusammenkommen.

−40%
Super Low EnergySingapurs erstes Resort mit „Super-Low-Energy“-Zertifizierung: bis zu 40 % geringerer Energieverbrauch im Vergleich zu konventionellen Resortgebäuden.
Bestand

Mehr als die Hälfte der Bäume auf dem Areal sollte erhalten bleiben; ergänzt durch Wiederanpflanzung mit einheimischen Baumarten. Nicht erhaltbare Bäume wurden nicht entsorgt, sondern als Materialspur in die RECKLI-Fassade upgecycelt.

Klima

Natürliche Belüftung, Mixed-Mode-Klimatisierung und passive Verdrängungslüftung reduzieren die Abhängigkeit von technischen Systemen.

Bewusstsein

Energie-Monitoring in den Zimmern und vogelfreundlich gestaltete Fenster machen Nachhaltigkeit auch im laufenden Betrieb sichtbar.

Aufgeständertes Gebäude mit begehbarem Steg, das Durchlässigkeit auf Geländeniveau schafft Innenhof mit erhaltenem Baumbestand, Spielbereich und begrünter Fassade
06 / 07Architektonische und funktionale Qualitäten

Ort, Raum und Detail greifen ineinander

Mandai Rainforest Resort überzeugt nicht durch ein einzelnes spektakuläres Element, sondern durch das Zusammenspiel von Landschaft, Gebäudestruktur, Innenraum und Fassade.

Lage des Resorts im Regenwald
Ort

Landschaftlicher Kontext

Das Projekt entwickelt seine Haltung aus einem sensiblen landschaftlichen Kontext.

Räumliche Erschließung im Resort
Raum

Zusammenhängendes Erlebnis

Wege, Treehouses, Innenräume und Resortgebäude schaffen ein zusammenhängendes Erlebnis.

Detail der RECKLI-Betonfassade
Detail

Materialspur in Beton

Die RECKLI-Fassade übersetzt reale Materialspuren des Ortes in eine dauerhafte Betonoberfläche.

07 / 07Abschluss

Ein ganzheitliches Referenzobjekt

Mandai zeigt, wie Architektur, Landschaft und Material zu einer gemeinsamen Haltung werden können. Die Fassade ist dabei nicht nachträgliche Gestaltung, sondern Teil der architektonischen Vermittlung zwischen gebautem Raum und Regenwald.

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Ende des Dossiers07 / 07